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Nun ist es also schon ein Jahr her, dass wir in die große Lostrommel des Schicksals gegriffen haben, und Dich, Robin, gezogen haben.
Ist es wirklich schon so lange her, als Mama nach dem Genuss eines selbstgebackenen Erdbeerkuchens auf einmal "so komische Bauchschmerzen" bekam?
Ist wirklich schon ein Jahr vergangen, seitdem wir nachts eilig zu Zweit in ein Heidelberger Krankenhaus gefahren sind, und nach ein paar Tagen zu Dritt zurück kamen?
War es wirklich im letzten Mai, als wir mit einem großen Kribbeln im Bauch und akutem Herzklopfen vor einem kleinen 53cm großen Wesen standen und staunten?
Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, wie ein Leben ohne Dich war, aber beim Zurückschauen verging zu Zeit trotzdem wie im Flug.
Man kann sich kaum vorstellen, dass ein kleines Etwas, das vor einem Jahr nahezu bewegungslos vor uns lag, nun die Wohnung innerhalb kürzester Zeit in ein totales
Chaos verwandelt. Soeben gabst Du Dich noch mit wenigen Schlückchen Milch zufrieden, und heute schüttest Du Dir Dein Getränk hinein, als ob Du gerade zu Fuß die Sahara durchquert hast. Vor kurzem waren wir froh, wenn Du ein paar Löffel Brei zu Dir genommen hast, und heute sieht die Küche nach dem Mittagessen jedes Mal aus, als ob eine Splitterbombe aus Apfelmuß eingeschlagen hätte. Was waren wir stolz, als Du Dich zum ersten Mal von Bauch auf den Rücken gedreht hast! Heute wären wir froh, wenn Du beim Umziehen wenigstens mal eine halbe Minute auf dem Rücken liegen bleiben würdest.
Jedenfalls ist es schön, nach einem Jahr als Kleinfamilie auf die vergangenen Monate zurückzublicken. Man muss sagen, dass die Lostrommel, aus der wir Dich gezogen haben, nur Gewinne enthält, und dass Du unser ganz persönlicher Hauptgewinn bist. |